Aufmerksamkeit für das Immunsystem und die Darmflora bei psychischen Erkrankungen

Aufmerksamkeit für das Immunsystem und die Darmflora bei psychischen Erkrankungen

Die Gehirn-Darm-Achse ist der Kommunikationskanal zwischen deinem Darm und deinem Gehirn. Über Nerven, Neurotransmitter und Hormone wie Cortisol und Serotonin stehen diese beiden Organe tagsüber miteinander in Kontakt. Diese Interaktion ist von großer Bedeutung. Es beeinflusst, wie du mit Stress umgehst, wie deine Stimmung ist und wie gut deine Verdauung funktioniert.

Es ist nicht umsonst, dass der Darm auch als „zweites Gehirn“ bezeichnet wird: Er spielt eine entscheidende Rolle für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Dazu wurde bereits viel geforscht, und eine aktuelle Studie von Magda Ioannou zeigt auch, dass körperliche Prozesse wie Entzündungen und Darmgesundheit stark mit Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolarer Störung verbunden sind.

So fand sie beispielsweise Anzeichen eines gestörten Immunsystems bei Patienten: abnormale Immunzellen, stärkere Reaktionen auf Viren und frühen oxidativen Stress. Sie stellte außerdem fest, dass Menschen mit psychischen Störungen oft eine andere Darmflora haben als gesunde Menschen. Schädliche Bakterien sind häufiger, nützliche weniger häufig.

Die Unterstützung des Immunsystems und des Darms, zum Beispiel durch Probiotika, gesunde Ernährung, Bewegung und entzündungshemmende Behandlungen, kann laut Ioannou eine wertvolle Ergänzung bestehender Therapien sein. Pilotstudien zeigten, dass Probiotika sicher sind, die Darmwand stärken und sogar das Gedächtnis verbessern können. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Zusammensetzung der Darmflora einer Person im Voraus bestimmt, wie wirksam eine solche Behandlung ist.

Magda Ioannou promovierte am Mittwoch, den 3. September, an der Universität Groningen. Teile der Dissertation „Unravelling the immune-darm-hirn-axis in schweren psychischen Erkrankungen: Von Mechanismen zur Behandlung“ von Magda Ioannou sind auf der Website der Universität Groningen zu finden.

Quelle: Universität Groningen, 29.08.2025